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EU plant neue Hypotheken-Richtlinie
Die vorzeitige Ablösung von Immobilienkrediten soll eu-einheitlich geregelt werden. Über einen entsprechenden Entwurf einer Hypotheken-Richtlinie berichtet das Handelsblatt am 9.2.10. Mit einer einheitlichen Vorfälligkeitsentschädigung würde sich in Deutschland die Immobilienfinanzierung deutlich im Interesse der Dar-lehensnehmer verändern. Derzeit verlangen die Banken bei Kündigung eines Fest-zinsdarlehens vor Ablauf der Zinsbindung eine sog. Vorfälligkeitsentschädigung für entgangenen Zinsgewinn. Nach einer Untersuchung des Instituts für Finanzdienst-leistungen aus dem Jahr 2004 müssen in Deutschland mit Abstand die höchsten Entschädigungen bei vorzeitiger Ablösung von Immobiliendarlehen gezahlt werden. Bei 100.000 Euro Restschuld konnten in Deutschland 10.000 Euro an "Schadens-ersatz" verlangt werden, während in anderen EU-Staaten, wie Belgien und Frank-reich, die Vorfälligkeitsentschädigung bei Verbrauchern schon 2004 per Gesetz auf 3 % der Restschuld bzw. eine feste Anzahl von Monatsraten (3 bzw. 6) begrenzt war. Es wird nun damit gerechnet, dass in dem für Mitte März erwarteten Richtlinien-entwurf die Entschädigungszahlungen in Europa einheitlich begrenzt werden, wie das auch schon für den Konsumentenkredit der Fall ist.
Die Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen aus 2004 unter
http://www.vzbv.de/mediapics/projektbericht_vfe_europa.pdf
und vom 9.2.2011
http://news.iff-hh.de/index.php?id=1976&viewid=46696

(Quelle: EU Kommunal Nr. 3/2011)