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Bund Deutscher Rechtspfleger kritisiert Gesetzentwurf zum Verbraucherinsolvenzverfahren

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung vom 18.Juli 2012 sieht Änderungen des Verbraucherinsolvenzverfahrens vor. Dabei wurde die zunächst vorgesehene vollständige Übertragung des Verfahrens auf den Rechtspfleger nicht berücksichtigt. „Diese Aufgabenteilung ist nicht sachdienlich und schadet der Effektivität des Insolvenzverfahrens", so Wolfgang Lämmer, Bundesvorsitzender des BDR. Auf Grund seines Studiums sei der Rechtspfleger der für das Insolvenzverfahren am besten ausgebildete Fachjurist bei den Gerichten. Sein juristisches Studium beinhalte alle Grund- und Hintergrundkenntnisse, die für die erfolgreiche Abwicklung der gerichtlichen Insolvenzverfahren erforderlich sind. Kein anderes juristisches Studium vermittle tiefere Kenntnisse des Insolvenzrechts als das Rechtspflegestudium. „Eine Übertragung des gesamten Insolvenzverfahrens auf ihn ist deshalb sachgemäß und überfällig", zeigte sich Lämmer überzeugt. Jährlich werden etwa 140.000 Verbraucherinsolvenzverfahren in Deutschland eröffnet. Unter Aufsicht des Gerichts verwertet der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter das Vermögen des Insolvenzschuldners und verteilt den erzielten Gewinn gleichmäßig auf alle Gläubiger.